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Unsere Ziele

Jazz in und aus Deutschland erfährt in aller Welt große Wertschätzung. Unsere lebendigen, vielfältigen und traditionsreichen Szenen des Jazz und der improvisierten Musik sind elementare Bestandteile unserer reichhaltigen Kulturlandschaft und locken Musikerinnen und Musiker aus vielen Ländern der Welt zum Studieren an eine der 18 Musikhochschulen mit eigenständiger Jazzabteilung und zum künstlerischen Arbeiten nach Deutschland.

Jazz als Musizier- und Lebensweise steht für viele Werte, die Voraussetzung für ein friedliches Miteinander in unserer multikulturellen und -ethnischen Gesellschaft und in unserer globalisierten Welt sind. Toleranz, Selbstbestimmtheit, Willensstärke, Offenheit und Neugier zählen zu diesen Werten, die durch die universelle Sprache des Jazz vermittelt werden.

Jazz als Kunstform wirkt innovativ in alle gesellschaftlichen Bereiche. Diese Potentiale des Jazz müssen kulturpolitisch vermittelt und strukturell in der Breite gestärkt werden. Gute Lebens- und Arbeitsbedingungen für Musikerinnen und Musiker dürfen dabei nicht aus dem Fokus geraten. Dazu gehören angemessene Vergütungen für KünstlerInnen und MusikpädagogInnen, die auch eine soziale Absicherung und Altersvorsorge ermöglichen, sowie geeignete Spielstätten und Infrastrukturen.

Öffentliche Förderung ist eine zwingende Voraussetzung für ein vielfältiges Kulturangebot, dessen Zugänglichkeit für alle Menschen in Deutschland heute wichtiger ist denn je.  Um aktueller Musik Spielraum zu geben, Experimente zu ermöglichen und ein Bestehen im internationalen Wettbewerb zu sichern, ist kulturpolitische Unterstützung und Förderung aus öffentlichen Mitteln für die freien Szenen im Jazz und der improvisierten Musik genauso notwendig wie für den institutionalisierten Musik- und Kulturbetrieb.

Deshalb setzt sich die Union Deutscher Jazzmusiker als Interessenvertretung aller Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Deutschland insbesondere für die folgenden Ziele ein:

  • Kernziele der Union Deutscher Jazzmusiker
  • 1. Spezifische Förderung für Jazz und improvisierte Musik

    Jazz und improvisierte Musik dürfen nicht in eine Förderlücke zwischen Klassik und Pop fallen. Die UDJ setzt sich für einen Ausbau der öffentlichen Förderung für diese Kunstform ein und beteiligt sich auf Bundesebene an der Ausgestaltung bestehender und neuer Förderinstrumente.

     

    Wir arbeiten als Gründungs- und Vorstandsmitglied von Anfang an mit an der Gestaltung und Umsetzung des Bundesfonds für zeitgenössische Musik (Musikfonds). In der Jury der Initiative Musik sind UDJ-Mitglieder vertreten.

     

    Auch in anderen Förderprogrammen muss Jazz und seine besondere Situation noch stärker Berücksichtigung finden. In allen für den Jazzbereich relevanten Institutionen braucht es Jazz-ExpertInnen, insbesondere in Gremien, die über Fördermittel oder konkrete Rahmenbedingungen entscheiden. Dazu zählen beispielsweise GEMA, KSK, Hauptstadtkulturfonds, GVL, Initiative Musik, Goethe-Institut oder die Lotto-Stiftung.

  • 2. Spielstätten

    Deutschland verfügt über 84 öffentlich geförderte Opern- und Konzerthäuser in 81 Städten. Die UDJ fordert deshalb auch einen Ausbau der öffentlichen Förderung von Spielstätten für Jazz und improvisierte Musik. Damit muss gleichzeitig eine Öffnung von öffentlich geförderten Einrichtungen, insbesondere von Opern- und Konzerthäusern, für Jazz und improvisierte Musik einhergehen. Kooperationen zwischen Jazzclubs/Jazzinitiativen, Opern- und Konzerthäusern, Theatern, Museen und staatlich geförderten Projekten sollten intensiviert werden.

     

    Jazz aus Deutschland muss im Haupt- und Nebenprogramm der deutschen Festivalbühnen noch präsenter werden. In Deutschland sollte es an wichtigen Standorten voll ausfinanzierte Jazzspielstätten geben, die durch die Kombination von Konzertbühnen, Proberäumen und Studios zu Zentren des Jazz werden.

     

    Die UDJ hat maßgeblich dazu beigetragen, dass über den Spielstättenprogrammpreis APPLAUS Konzertveranstalter und Clubs aus Bundesmitteln gefördert werden. Zu den Förderkriterien zählt auch, dass die Interessen der Künstler angemessen berücksichtigt werden müssen; Preisgelder sind z.B. unmittelbar für die Verbesserungen der Konditionen für Künstler einzusetzen. Damit ist der Preis ein wichtiges Signal für die ganze Szene. Jetzt setzen wir uns dafür ein, dass die finanziellen Mittel dafür dauerhaft erhöht werden.

     

    Auch Länder und Kommunen müssen stärker in die Förderung gehen, um den Zugang zu hochwertigem Jazz und improvisierter Musik überall in Deutschland zu ermöglichen. Jede Stadt und Kommune sollte außerdem sicherstellen, dass ausreichend Proberäume zur Verfügung stehen und diese erschwinglich sind.

  • 3. Angemessene Vergütung und soziale Absicherung

    Wir fordern, dass Veranstaltungen mit entsprechend öffentlicher Förderung eine angemessene Vergütung in Form von Mindestgagen sicherstellen. Diese Forderung wurde in Zusammenhang mit der Jazzstudie 2016 mit Nachdruck kommuniziert und hat sich in der kulturpolitischen Diskussion etabliert. Grundlage ist die Willenserklärung, die die UDJ gemeinsam mit Veranstaltern veröffentlicht hat.

     

    Damit langfristig faire Gagen gezahlt werden können, müssen Spielstätten durch Bund, Länder und Kommunen auch langfristig gefördert werden. Gerade hier geht es um ein besseres Bewusstsein für angemessene Gagen und die Situation der Künstler.

     

    Wir brauchen eine starke soziale Absicherung insbesondere durch eine Künstlersozialkasse (KSK), die von der Politik nicht auf den Prüfstand gestellt, sondern ausgebaut wird. Sie bietet selbständigen Künstlern und Publizisten sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung und ist damit zu einem unabdingbaren Element der sozialen Sicherung geworden.

  • 4. Bildung und Lehre

    Jazz und improvisierte Musik haben als Kulturform einen einzigartigen pädagogischen Nutzen und müssen deshalb fester Bestandteil der Lehrpläne in den Schulen sein. Kinder- und Schülerkonzerte und -workshops sollten überall in Deutschland ausreichend Platz im Programm der öffentlich geförderten Spielstätten finden.

     

    Die UDJ setzt sich für eine Reduzierung prekärer Arbeitsverhältnisse in der Lehre und eine Sensibilisierung dafür ein, dass Länder und Kommunen mehr feste Arbeitsplätze im musikpädagogischen Bereich schaffen müssen, anstatt diese auf Kosten der Lehrkräfte abzuschaffen.

  • 5. Interessenverbände und Netzwerke

    Um den Stimmen der JazzmusikerInnen in der kulturpolitischen Diskussion in Deutschland mehr Gewicht zu verleihen, setzt sich die UDJ für eine Stärkung der Verbands- und Netzwerkstrukturen ein.

     

    Die Verfünffachung der Mitgliederzahl der UDJ seit 2012 und die intensive Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Institutionen zeigen, dass diese Arbeit Erfolg hat. Die UDJ hat sich zu einem der wichtigsten Ansprechpartner für die Politik auf Bundesebene entwickelt – in allen Belangen, die die zeitgenössische Musik  betreffen.

  • 6. Jazz in den Medien

    Egal ob Print, Radio oder Fernsehen; Jazz aus Deutschland und der Welt Jazz muss in den Medien stärker vertreten sein.

     

    Die UDJ fordert dass insbesondere die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dem kulturellen Stellenwert des Jazz angemessene Sendeplätze zur Verfügung stellen, zeitgemäße und spannende Konzepte umsetzen sowie entsprechende Programme ausstrahlen.

     

    Es ist eine große Chance für kulturelle Vielfalt und Diversität, wenn Jazz in den unterschiedlichsten Sendern und Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks rund um die Uhr einen größeren Stellenwert bekommt.

  • 7. Exportförderung

    In den wichtigen internationalen Metropolen muss Jazz aus Deutschland mit Schwerpunkten vorgestellt werden (vgl. British Music Week, Copenhagen Jazz Festival oder Jazz D’Or in Berlin).

     

    Jazz braucht ein unbürokratisches und schnelles Exportförderungsprogramm, vergleichbar dem europäischer Nachbarländer, die bereits jetzt ihren Musikern Fahrtkosten- und Unterbringungszuschüsse zahlen. Alternativ können die derzeitigen Tourförderprogramme der Initiative Musik und des Goethe-Instituts stärker auf die Bedürfnisse des Jazz ausgerichtet werden.