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Unsere Ziele

Jazz aus Deutschland ist lebendig, vielfältig und spannend. Er blickt auf eine jahrzehntelange Entwicklung im Land zurück, die international große und stetig wachsende Wertschätzung erfährt. Dank zahlreicher Musikschulen und 18 eigenständiger Jazzabteilungen an Hochschulen gibt es immer mehr sehr gut ausgebildete Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker, die genau dazu beitragen. Das spricht für die Kraft der Kunstform Jazz, deren Kreativität ansteckend ist und die innovativ in alle gesellschaftlichen Bereiche wirkt. Trotzdem wird Jazz weder gesellschaftlich genügend wahrgenommen noch kulturpolitisch ausreichend anerkannt. Gleichzeitig sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Musiker auch im Vergleich zu der Situation in anderen europäischen Ländern schlecht.

Jazz ist eine Kunstform. Vergleichbar zur 'E-Musik' ist die öffentliche Förderung eine zwingende Voraussetzung, um diese über Jahrzehnte in Deutschland gewachsene, wertvolle Musik zu schützen und ihr den Spielraum zu geben, sich weiter zu entwickeln. Aus diesen Gründen setzen wir uns als Union der Jazzmusiker in Deutschland insbesondere für die folgenden Ziele ein, die derzeit gemeinsam mit den Mitglieder diskutiert, weiter ausgearbeitet und zu konkreten Forderungen umgearbeitet werden.

 

1. Grundsicherung für Musiker

  • Es sollte eine Empfehlung für einen Konzert-Mindestlohn pro Musiker sowie einen Mindestsatz für Unterrichtsstunden geben.
  • Veranstalter, die öffentlich gefördert werden, müssen feste Mindestgagen zahlen.
  • Darüber ist es Aufgabe der UDJ, weitere Mindeststandards zu definieren und bekannt zu machen.
  • Jede Stadt und Kommune sollte sicherstellen, dass ausreichend Proberäume zur Verfügung stehen und diese erschwinglich sind.
  • Wir brauchen eine starke Künstlersozialkasse (KSK), die von der Politik nicht auf den Prüfstand gestellt, sondern ausgebaut wird. Sie bietet selbständigen Künstlern und Publizisten sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung und ist damit zu einem unabdingbaren Element der sozialen Sicherung geworden.
  • Die KSK muss um eine erschwingliche Rechtsschutzversicherung erweitert werden.

 

2. Spielstätten

  • Deutschland verfügt über 84 öffentlich geförderte Opern- und Konzerthäuser in 81 Städten. Es sollte ebenso viele öffentlich geförderte Spielstätten des Jazz und der improvisierten Musik geben.
  • Unter diesen Spielstätten muss es mindestens vier feste, voll ausfinanzierte Jazzhäuser geben, die nach dem Vorbild des Bimhuis in Amsterdam durch die Kombination von Konzertbühnen, Proberäumen und Studios zu Zentren des Jazz werden.
  • Jazz aus Deutschland muss im Haupt- und Nebenprogramm der deutschen Festivalbühnen deutlich präsenter werden.
  • Jazzmusiker müssen einen professionellen Standard in Bezug auf Fahrtkosten und Unterbringung erwarten können.

 

3. Öffentliche Institutionen

  • Es muss eine Öffnung von öffentlich geförderten Einrichtungen für Jazz und improvisierte Musik, insbesondere von Opern- und Konzerthäusern geben.
  • Es bedarf einer Kooperation zwischen Jazzclubs/Jazzinitiativen, Opern- und Konzerthäusern, Theatern, Museen und staatlich geförderten Projekten der Alternativkultur bei der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung.
  • Jazz muss in den unterschiedlichsten Sendern und Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks rund um die Uhr einen größeren Stellenwert bekommen.

 

4. Exportförderung

  • In den wichtigen internationalen Metropolen muss Jazz aus Deutschland mit Schwerpunkten vorgestellt werden (vgl. British Music Week, Copenhagen Jazz Festival oder Jazz D’Or in Berlin).
  • Jazz braucht ein unbürokratisches und schnelles Exportförderungsprogramm, vergleichbar dem europäischer Nachbarländer, die bereits jetzt ihren Musikern Fahrtkosten- und Unterbringungszuschüsse zahlen.
  • Das Goethe-Institut ist ein wichtiger und sinnvoller Partner. Es muss seine Aufgabe zur Bewerbung des Jazz und der improvisierten Musik in der Welt in Zukunft noch besser wahrnehmen können.

 

5. Bildung

  • Jazz und improvisierte Musik haben als Kulturform einen einzigartigen pädagogischen Nutzen und müssen deshalb fester Bestandteil der Lehrpläne in den Schulen sein.
  • Jazzmusiker sollten in Kindergarten und Schule einbezogen werden u.a. über Workshops für Kinder zu Jazz und improvisierter Musik.
  • Jazzclubs und andere Spielstätten sollten Kinder- und Schülerkonzerte veranstalten.

 

6. Berücksichtigung von Jazz in relevanten Institutionen

  • In allen für den Jazzbereich relevanten Institutionen braucht es Jazz-Experten, insbesondere in Gremien, die über Fördermittel oder konkrete Rahmenbedingungen entscheiden. Dazu zählen beispielsweise GEMA, KSK, Hauptstadtkulturfonds, GVL, Initiative Musik, Goethe-Institut oder die Lotto-Stiftung.