24. September 2007

Im Rahmen des JazzFest Berlin erhält der Multiinstrumentalist und Komponist Gunter Hampel den Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutscher Jazzpreis) 2007. Die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) überreicht durch ihren Präsidenten Prof. Manfred Schoof den von der GEMA-Stiftung mit 15.000 Euro ausgestatteten Albert-Mangelsdorff-Preis. Am Freitag, den 2. November 2007 wird im Rahmen des JazzFest Berlin Gunter Hampel damit für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Hampel sowie UDJ-Präsident Schoof sind u.a. die Gründungsväter der UDJ, dem Bundesverband der deutschen Jazzmusiker. Die UDJ ehrt mit dem Preis alle zwei Jahre das Lebenswerk einer herausragenden deutschen Musikpersönlichkeit.

Gunter Hampel (31.August in Göttingen), der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern konnte, ist Komponist, spielt Vibraphon, Saxophon, Bassklarinette, Flöte und Klavier. Er ist einer der wenigen deutschen Jazzmusiker, die auch im Mutterland des Jazz – den USA – Anerkennung gefunden hat. Er wohnt abwechselnd in Göttingen und New York und war Mitte der 60er Jahre an der Entwicklung einer eigenständigen europäischen Jazzmusik entscheidend beteiligt. Sein eigenwilliger und besonderer Personalstil, in dem er die Erfahrungen aus Jazz- und europäischer Musikgeschichte und Folkloristik auf originäre Weise nutzt und umsetzt, zeigt, dass er keine Scheu vor Neuem oder musikalischen Grenzen hat. Er setzt damit sowohl als Improvisator als auch durch seine kompositorischen Arbeiten musikalische Impulse.

Hampel studierte zunächst Architektur und leitete 1958 erstmals eine eigene Combo, mit der er (u.a. mit Toto Blanke) in der alten Bundesrepublik auf Tour war. In den 1960ern öffnete er sich dem Free Jazz, insbesondere nachdem er die Platte Heartplants 1964 (mit Manfred Schoof, Alexander von Schlippenbach, Buschi Niebergall, Pierre Courbois) eingespielt hatte, die zu den ersten Versuchen eigenständiger europäischer Jazzmusik gehört. Ab 1966 arbeitete er verstärkt mit europäischen Musikern wie John McLaughlin, Arjen Gorter, Willem van Manen und Willem Breuker zusammen, aber zunehmend auch mit amerikanischen Solisten, insbesondere Marion Brown, Jeanne Lee und Anthony Braxton.

Seine Anfang der 70er Jahre gegründete „Galaxy Dream Band“ besteht noch heute. Dem jüngeren Publikum ist der durch seine Auftritte mit der „Jazzkantine“ oder dem Rapper Smudo bekannt. Über sein Musizieren hinaus hat Gunter Hampel sein eigenes Label „Birth Records“ gegründet und lässt keine Gelegenheit aus, als Botschafter für das Genre Jazz und die improvisierte Musik gerade bei jungen Menschen u.a. mit seinen seit 1972 initiierten Kinder- und Jugendworkshops zu werben.

Gunter Hampel ist der achte Preisträger nach Alexander von Schlippenbach (1994), Peter Kowald (1995), Ernst-Ludwig Petrowsky (1997), Heinz Sauer (1999), Wolfgang Schlüter (2001), Ulrike Haage (2003) und Ulrich Gumpert (2005).